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Auslandsreisen mit Ritalin

Ritalin gilt in den meisten Ländern als Betäubungsmittel. Oft gelten strenge Regeln, wenn man mit solchen Substanzen ins Ausland reisen möchte – bis hin zur Todesstrafe für die unerlaubte Einfuhr. Daher fragen sich Personen, die auf das Medikament angewiesen sind, was bei Auslandsreisen mit Ritalin zu beachten ist. Zwar darf  man das Medikament in den meisten Fällen in der für die Zeit des Aufenthalts benötigten Menge mit sich führen, doch es gibt, abhängig von der Destination, manchmal stark abweichende Bestimmungen.

Ritalin im Schengen-Raum

Die Regeln der Schengen-Staaten sind einfach. Bei Aufenthalten bis zu 30 Tagen wird vom Facharzt ein Dokument ausgestellt, das den Bedarf bestätigt. Das Formular wird von der Bundesopiumstelle zur Verfügung gestellt und ist vom Gesundheitsamt zu beglaubigen. Ausschlaggebend für den Zuständigkeitsbereich ist die Adresse des Arztes. Zu den Anwenderstaaten des Abkommens und den Nicht-EU-Schengengebieten zählen derzeit (Oktober 2016): Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich (ohne Überseegebiete), Griechenland, Island, Italien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien und Ungarn.

Außerhalb des Schengen-Raums

Bei Aufenthalten in Gebiete außerhalb des Schengen-Raums ist die rechtliche Lage in dem jeweiligen Staat vor Beginn der Reise individuell zu klären. Wenn schriftliche Berechtigungen für das Mitführen von Betäubungsmitteln vorgeschrieben sind, ist meistens vorgesehen, dass die Botschaft des Ziellandes Auskünfte erteilt.

In den Vereinigten Arabischen Emiraten gelten für viele Medikamente Beschränkungen und Verbote für den Import. Auch Präparate auf Basis von Methylphenidat sind davon betroffen. In Dubai etwa drohen bei der illegalen Einfuhr von Medikamenten hohe Geld- und Haftstrafen. Vor der Reise ist bei der Botschaft eine Genehmigung für die Einfuhr anzufordern.

Ein Staat, der es den Reisenden sehr einfach macht, ist Singapur: Dort genügt es, eine Liste der Medikamente an die Health Sciences Authority zu schicken, und schon wenige Tage später erhält man die Bestätigung. Eine Bescheinigung des Arztes ist allerdings auch hier mitzuführen.

Die Mitnahme von Ritalin in die USA ist für den therapeutischen Eigenbedarf erlaubt. Um einer Konfiszierung zu entgehen, sind hier, ebenso wie in anderen amerikanischen Staaten, diverse Vorschriften zu beachten. Am Zoll ist eine ärztlich beglaubigte Begründung in englischer Sprache vorzulegen. Das Dokument muss bestätigen, dass die Arznei für den persönlichen Gebrauch vorgesehen und mit der verordneten Verpackung identisch ist. Darüber hinaus sind die Präparate bis zur Einnahme in der Originalpackung zu belassen. Damit ist nicht der Umkarton gemeint, sondern in erster Linie die Umhüllung der Darreichungsform. Das kann zum Beispiel der Blister sein, in dem die Tabletten enthalten sind. Um die Lesbarkeit zu gewährleisten, ist es ratsam, keine einzelnen Blistereinheiten mitzuführen. Besser ist es, wenn man eine komplette Blisterkarte vorweisen kann.

Auslandsreisen mit Ritalin: Infos einholen

Um ganz sicher zu sein, dass der Urlaub nicht schon am Zoll mit einer unangenehmen Überraschung beginnt, ist es sinnvoll, die benötigten Informationen im Rahmen der Urlaubsplanung einzuholen. Bei Beachtung aller Regeln und Vorschriften steht einer erholsamen Reise nichts mehr im Wege.

Detaillierte Informationen zur Mitnahme von Betäubungsmitteln durch Patienten bei Auslandsreisen finden Sie auch auf der Website des Auswärtigen Amtes bzw. unter den dort angegebenen Links: auswaertiges-amt.de: Häufige Fragen zur Mitnahme von Medikamenten ins Ausland.


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Auch bei Auslandsreisen mit Ritalin gilt: wichtige Medikamente gehören in das Handgepäck.

 

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